Werkstatt

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Hier entsteht allerley handwerkliches. Von der Schalmey bis zum Druck.

Instrumente

bei SPILWUT bekommt man Unikat – Instrumente – von Roman individuell hergestellte Einzelstücke. „Serienproduktion langweilt mich“.
das teutonisch/romanische SPILWUT- design hat – ebenso wie der kräftige klang – Maasstäbe gesetzt. „ich kann aber auch sanft und leise.“ es werden verschiedene einheimische Hölzer gedrechselt, mit Leinöl getränkt und gebeizt. (auf wunsch auch african blackwood) auch alle anderen teile sind konservativ aus Naturmaterialien. „wenn die Schotten mit nature reeds in den krieg ziehen können, werden wir wohl n paar stunden Bühne bewältigen „.
ich baue gern die unmöglichsten (holzblas-) Instrumente -bitte äußern sie wünsche
wir geben teile als Baussatz ab und Selbstbaukursee in Schönhof, wenn 3 Leute zusammenkommen

im Angebot:

  • Cornamusen (Krummhornklang)
  • Dudelsäcke
  • Hummel ( Zimmerdudelsack)
  • Bock
  • Schalmeien in allen Tonarten und Lautstärken
  • Rohrklarinetten ( auch als stunden- oder Tageskurs )
  • Nathurhörner ( olifanten )

Bauanleitung Hirtenschalmei

Klänge auf einem selbstgebauten Instrument zu erzeugen, mit Tönen zu spielen, ganz eigene Tonfolgen zu finden – eine Schalmei ermöglicht all das. Sie war und ist das Instrument der Hirten und Schlangenbeschwörer und erklingt heute noch in vielen, meist abgelegenen Regionen, die noch nicht vom Globalmusik- Commerz  verschüttet sind. Bei uns war sie ins 18. Jahrhundert, besonders aber im Mittelalter, weit verbreitet, wie auch der Dudelsack, der von ihr abstammt.

 

Das Material kostet kein Geld und ein Messer hat wohl jeder.(aber scharf und mit dünner Klinge muss es sein)

Wer sich unsere Schalmei bauen will, braucht dazu Rohr (lat. Calamus), Schilfrohr, Holunder, Bambus, Knöterich oder ähnliches. Ausserdem Wachs und Faden. Der Innendurchmesser des Rohres sollte dabei etwa 7 mm betragen, doch kann man auch dickeres oder dünneres Rohr verwenden. Man tut gut daran, sich reichlich mit Material zu versorgen, weil der „Verschnitt“ anfangs ziemlich groß ist. Wer sich zum erstenmal an eine derartige Bastelei macht, sollte sich zunächst ein Instrument mit nur  4 –5 Tönen entscheiden. Als erstes wird das Rohr auf Länge geschnitten, und zwar so, dass beide Mal über einem Knoten( Schilf) abgeschnitten wird. Wir brauchen nämlich ein Stück, das an einem Ende offen, am anderen aber geschlossen ist. Bei der Verwendung von Holunder (Mark entfernen!) oder anderem Rohr ohne Trennwand, muss man entsprechend ein Ende verstopfen. Kurz unter dem verschlossenen Ende wird dann mit einem scharfen Messer vorsichtig bis maximal zu einem Drittel des Rohrdurchmessers eingeschnitten. Hierbei wird mancher Ausschuss entstehen, und man wird mehrmals neu ansetzen müssen. Manchmal zeigen sich während des Schnittes kleine Risse in der Wuchsrichtung des Rohrs. Man sollte versuchen, dort die Messerklinge hinein zu klemmen und die entstehende „Zunge“ durch Verkanten des Messers (Vorsicht!) und gleichzeitiges Schieben in Richtung des offenen Rohr- Endes zu verlängern. Wenn die „Zunge“ nach dem Entfernen des Messers 0,5 – 1 mm „sperrt“, kann man hoffen. Notfalls bewirkt ein eingeklemmtes Haar den gleichen Effekt. Jetzt ist es an der Zeit, eine Luft- und Hörprobe zu machen. Zu diesem Zweck nimmt man das Rohr mit dem geschlossenen Ende – also das hoffentlich entstandene “Rohrblatt“ – in den Mund, und zwar so, dass die „Zunge“ frei schwingen kann. Also nicht zu zaghaft! Das Blasen sollte mit zartem Hauchen beginnen und immer stärker werdend so lange gesteigert werden, bis ein Ton zu hören ist. Das kann von Fall zu Fall ganz unterschiedlich sein, da die Rohre je nach ihrer Beschaffenheit verschieden auf den Luftdruck reagieren. Bei stärkerem Material erweist es sich als notwendig, die „Zunge“ an der Oberfläche abzuschaben, weil sie dadurch beweglicher wird und leichter anspricht. (Wie bei jeder Klarinette)

 

Falls ein Ton zu hören ist, kann man nun darangehen, ein Loch zu schneiden oder zu brennen. Das erste Fingerloch wird im Abstand von 5 Rohrdurchmessern (von unten gerechnet) angebracht. Die folgenden Löcher setzt man dem Abstand der eigenen Finger entsprechend an. Liegt auf dieser Strecke ein Knoten, so muss dieser durchstoßen werden. Da wir bei unseren ersten Versuchen die Schalmei ohnehin nicht stimmen können und wollen, kommt es beim Lochabstand nicht auf den Millimeter an. Außerdem darf man sich getrost von den fremdartigen „Stimmungen“ überraschen lassen, ja, sie reizen gerade zu Improvisation.

Wie bei der modernen Klarinette, deren Vorfahren wir hier bauen, lassen sich durch Veränderung des Lippenansatzes der Grundton und der Klang verändern. Diesem Zweck dient auch die an der Basis der „Zunge“ anzubringende Zwirnwicklung. Durch Verschieben dieser Wicklung lasst sich die „Zunge“ verlängern oder verkürzen und dadurch der Ton vertiefen oder erhöhen. Das kann bei Schalmeien mit Grifflöchern wichtig werden, weil sich beim Erhöhen des Grundtons die Intervalle vergrößern.

Hat man sich eingespielt, kann man nach unserer Anleitung auch darangehen, sich eine Schalmei mit 8 oder 9 Tönen  oder einen Aulos (Doppelschalmei) zu bauen. Der Aulos besteht aus einer Schalmei mit beliebig vielen Grifflöchern, an die eine ganz einfache Ausführung – nur mit dem Grundloch versehen – angebunden wird. Hier und bei mehr als 5tonigen Schalmeien sollten die Rohrblätter auswechselbar sein. Sie werden auf die beschriebene Weise aus dünnem Rohr angefertigt und sauber eingepasst. Neben anderen Vorteilen kann man durch Heraus- oder Hineinschieben Klang und Tonhöhe des Instruments zusätzlich beeinflussen.

 

Die Hollerpipe / Holundersackpfeife/Ur-Schäferpfeife/ Bauerndudelsack -Bauanleitung von Roman Streisand

Dies ist die Anleitung, ein Instrument zu bauen, wie es ähnlich wahrscheinlich seit tausenden Jahren in Eurasien/Europa gespielt wurde. Jeder Wandergeselle oder einsame Schäfer kann es relativ leicht selbst herstellen. Eine große deutsche Sackpfeife wird das hier nicht. Die Bauanleitung dafür bräuchte ein ganzes Heft. „Vorbilder für Sackpfeifen finden sich in Bilddarstellungen des Mittelalters und der Renaissance. Konstruktiv ist das Instrument jedoch eine Neuentwicklung von Roman Streisand in den 1980er Jahren.“ (wikipedia etc.)

 

Material: Holunder, Schilfrohr, dickes Garn, Bienenwachs/Knete/Käsewachs, Siegellack* Klebstoff, Dudelsackbalg oder Plastiktüte, Speiseöl (Lein- oder Olive z.B.), Schleifpapier und Lack (wem`s gefällt).

Werkzeug: Messer, Holzsäge, ca 5mm Messing- oder Stahl-Rohr.

 

Des Autors erster gekaufter „Dudelsack“ war 1977 eine Gaida aus den Rhodopen. Diese Instrumente entstammen einer sehr alten Tradition. Sie haben den Bordun-Ton (Dauer-Brummton) eine Oktave tiefer in der Mitte der Skala (als Quinte). Das hat den Vorteil, Dur- und Molltonarten spielen zu können ohne mehr oder weniger umständlich den Brummer umstimmen zu müssen. Außerdem spielen Balkan-Sackpfeifen mit 2 aufschlagenden Rohren (Rohrblättern / Reeds).  Diese sind wesentlich einfacher (sic.) herzustellen; und zwar ungefähr so, wie es bei der „Rohrklarinette“ im Heft xxx beschrieben wurde. Böhmische, polnische Bockpfeifen funktionieren so, aber auch estnische, schwedische, russische bis zu arabischen…auch Kaiser Neros „Tibia Utricularis“– natürlich fein gedrechselt und Gold verziert, mag so geklungen haben.

 

Sowas soll mal unser ungefähres Vorbild sein. Eine möglichst große Zeichnung hilft; den Überblick zu behalten.

Mit einer Baumsäge schneidet man etwa 20 halbwegs gerade gewachsene Aststücke –mögl. ohne Seitentriebe- von ca. 30-40cm Länge. Daraus ergibt sich, dass die Aststücke nicht zu dünn sein sollen. Ca 25 bis 50mm Durchmesser:

Wenn man genügend Holzstücke beisammen hat, kann man schauen, welches Teilunserer Sackpfeife jeweils „darin steckt“ und sie so hinlegen, wie sie an den Sack kommen sollen.

 

Die erbeuteten stücke sollten gleich verarbeitet werden. Frisch/feucht geht’s am besten.

Mit einem Metallrohr oder einer dünnen Stange (ca. 5mm) muss nun das Holundermark –mit Gefühl und mit Kraft – entfernt werden. Dadurch können die Holzrohre von innen trocknen und sollten nicht reißen. Die Rinde muss nun auch ab. Das geht. mit einem stabilen Messer ganz gut. Haben wir dann einige Holzrohre fertig, schauen wir, welches eine hübsche Form /Biegung und ca.30-35cm Länge hat und gehen daran, in das eine ende eine stimme (Rohr/Rohrblatt/Reed) einzusetzen. Wie dies gebaut wird, haben wir im Beitrag über Rohrklarinetten beschrieben. Damit die Simme gut und fest sitzt, kann die „Bohrung“ des Holunderrohrstückes ggf etwas vergrößert werden. ( hierfür geht z.b. eine Taschenmesserklinge oder ein kleine Dreikantfeile) Ist die Zunge der Pfeifenstimme (reed) zu lang, wird sie mit einer Fadenwicklung versehen, was ohnehin zu empfehlen ist. Das säubern der innenrohre sollte so oft wiederholt werden, bis es innen glatt aussieht. Also Stimme hinein und blasen…verschiedene Stimmen probieren; bis eine gefunden ist, die mit gutem Druck unten einen schönen Ton herauskommen lässt. Nun könnte man ein Stimmgerät gebrauchen – Keyboard, Flöte –irgendwas um den ggf. Ton zu ermitteln. Dieser Ton gibt aber nur ´nen Anhaltspunkt.

Es empfiehlt sich, die unteren 5cm der Innenröhre (Bohrung) mit einem Werkzeug zu weiten. Dadurch werden die unteren Töne lauter, die sonst deutlich leiser klingen könnten als die oberen. Gleichzeitig wird der unterste Ton höher. Wenn wir also zu Anfang ein h hören, können wir leicht zu `nem c kommen. Aus einem ursprünglichen c kann auch durch aufbohren ein d gemacht werden usw..Falls es sich herausstellt, der Ton ist dummerweise ein wenig höher als die Wunschstimmung, kann man aus einem etwas dickeren Holunderstück eine Art Schalltrichter machen und den untern draufschieben – entweder mit Fadenwicklung oder gleich fest verleimt. (Achtung! Frisches Holz zieht sich beim trocknen zusammen; daher die teile einzeln trocknen lassen. Dann nacharbeiten und fixieren.

Dann kann man `s machen wir bei der Rohrklarinette: Die Hände mit entspannt gestreckten

Fingern auf die Spielpfeife legen und die Stellen markieren um dort anschließend die Grifflöcher zu bohren. Auch hier soll der Abstand vom untersten Loch zum ersten Fingerloch größer sein als zwischen den andern Löchern (4-5 Innenrohrdurchmesser). Zuerst vielleicht einen 3-4mm Bohrer verwenden. Ist der Intervall zu klein (also kein ganzer Ton) so muss man das Loch vergrößern. Ist er zu groß, kann man unten aufbohren, ein Stimmloch setzen oder rabiat ein kleines Stück absägen. Dann weiter: Immer erst ein kleines Loch bohren und den Ton abgleichen um es ggf zu vergrößern.

Nach den unteren 4 Löchern (ohne das Grundtonloch) sollte die Quinte erreicht sein und dazu soll der Brummer /Bordun passen. Falls es aber der Grundton oder irgend ein anderer Intervall wird, der sich gut anhört, kann man den natürlich auch nehmen. Falls doch mal ein Loch zu groß (also der Ton zu hoch) geworden ist, kann man`s mit Bienenwachs oder Tape (möglichst in Holzfarbe) verkleinern.

 

Zuletzt kommt der Sack, der Balg. Säcke selber herzustellen ist ein eigenes Kapitel. Notfalls geht sogar `ne stabile Plastiktüte. Man kann es mit jedem Dudelsack-Sack/Balg versuchen, der im www zu finden ist. Schottensäcke haben bekanntlich 3 Brummer und demzufolge 3 Bordunaufnahmen. Die braucht man fü ne Hollerpipe kaum und sie müssen dann mit passenden Holzstücken verstopft werden. Aber warum nicht nen Hilundersackpfeif mit 2 oder 3 Brummpfeifen?  Viel  Spaß und Erfolg wünscht Roman –der Spielmann –Streisand und das Karfunkel-Team

 

PS Falls dieser Beitrag größeres Interesse hervorruft oder einigen das noch zu kompliziert erscheint, kann so eine oder eine andere Sackpfeife auch unter Romans Anleitung in Chorin Schönhof gebaut werden.

 

Bitte denkt daran; den Eigentümer des Holunders um Erlaubnis zu fragen und der Frau Holle ein Geschenk dazulassen 😉

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